Babylock_Übericht

Welche Babylock soll ich nehmen??

Immer wieder, in letzter Zeit mitunter täglich, lesen wir hier Fragen nach der allerbesten Lieblingsmaschine. Darunter posten dann immer mehr oder weniger viele, welche Kombination Ihr persönlicher Favorit ist und auch warum. Je nachdem, wer gerade online ist, fällt die Resonanz mal so aus und mal so. Um das mal aufzulösen, stelle ich jetzt mal die Maschinen nebeneinander. Zukünftig möchte ich alle Interessierten darum bitten, zunächst mal diesen Beitrag hier zu lesen – er wird oben angepinnt, damit er nicht im Nirwana dieser tollen Gruppe verschwindet.

Ich halte das Geschreibsel anwenderfreundlich, und werde Euch von technischen Dingen verschonen. Ergänzungen gerne in die Kommentare, ich füge sie dann ein, falls ich etwas eklatantes vergesse - nobodys perfect ;o)

Also, welche Maschine ist die Beste aller tollen Maschinen??

Schauen wir uns zunächst mal an, was es überhaupt gibt.

In der Ecke der Kombimaschinen haben wir, sortiert nach Erscheinungsalter zuerst die

Evolve

Desire

Desire 3

Evolution

Ovation

Gloria / in den Staaten heisst die Triumph

Fangen wir mal mit der Gloria an, als neueste Erscheinung. Sie hat einen großen Durchlass, kann mit 3 Nadeln covern UND gleichzeitig mit 4 Fäden overlocken, wobei in dieser Konstellation jede Kone einen separaten Platz auf der Maschine hat und durch kleine Häärchen oben im Galgen kann sich auch nichts verheddern beim nähen. Sie hat viiiele LED´s, die den Nähbereich sensationell ausleuchten, automatische Fadenzuführung, Jet Air ebenfalls (alle Fäden können gleichzeitig durchgepustet werden, was ich allerdings nie machen würde, weil sich die einzupustenden Fäden dann vor den Löchern gern verheddern) und die Geschwindigkeit lässt sich dank des Reglers wunderbar regulieren. Es gibt einen Ersatzweg, der abgerundet ist, falls man die Kanäle umgehen möchte oder muss (mitunter bei ganz dickem Garn relevant für gute Nähte, denn man kann NICHT die Nadelspannungen separat regulieren weder im Overlockbereich, noch im Coverbereich. Im OV Bereich ist das nicht ganz so schrecklich, aber beim covern kann es stören), und sie lässt sich, wenn man sie einmal verstanden hat, wunderbar handhaben und macht wirklich sensationelle Ergebnisse. Um an der Coverspannung vorbeizukommen, falls man keine braucht, gibt es ebenfalls einen kleinen Extrahaken, was sich als praktisch erweist, in meinen Augen gehört der zwar andersherum, aber egal – läuft gut. Sie hat die Wavenaht (wunderschöne Ziernaht), und einen Kniehebel, den man nie mehr missen möchte, wenn man einmal damit genäht hat, weil man damit den Nähfuss heben kann, und die Finger und Hände am Stoff lassen kann. Alle Hebel sind gut zu erreichen, sogar der Nähfußlifter liegt wieder rechts an der Seite der Maschine und stört somit nicht die Rechen der Binder beim covern. Der Nähfußdruck ist verstellbar, aber das ist ja obligatorisch, aber man kann die unterschiedlichen Einstellungen dank des Rädchens gut voneinander unterscheiden. Es gibt ein wunderbares Sammelsurium an Zubehör für die Maschine, was den Einsatzbereich extrem erweitert. Außerdem kann man die Geschwindigkeit mit einem Regler einstellen. Der Fußhub ist extra hoch für sehr dicke Materialien, und wenn der Fuß nicht unten ist, näht die Maschine nicht, was sich ebenfalls als Segen für viele erweist. Außerdem fädelt die Maschine alle Nadeln mit Luftzug ein, was aber bedingt, dass man die Fadenenden auch vor den Sauger halten muss. Mich überzeugt die Fädeltechnik der Nadeln nicht so richtig, mit einer Pinzette sind viele schneller. Die Einfädelanleitung ist gut verständlich und farbig aufgemacht – aber das ist die Einfädelanleitung immer. Ich möchte damit nur heraus stellen, dass es kein Hexenwerk ist, sie alleine zuhause in Betrieb zu nehmen.

Die Ovation hat das ebenfalls alles, mit Ausnahme der Tatsache, dass sie keinen Stop eingebaut hat und durchaus auch näht, wenn der Fuß oben ist (was dazu führt, dass die Fäden keinerlei Spannung haben und somit die Naht keine Naht ist bzw eine schlechte ;o) Der Nähfußhub ist 3mm niedriger als bei der Gloria, selbst mit dem Extrahub, den alle Maschinen haben, und der Lifter liegt vorn, was sich hier und da als störend beim arbeiten mit den Bindern mit Rechen erweisen kann. Außerdem müssen die Nadeln per Hand eingefädelt werden, was ich aber nicht als Nachteil werte

Die Evolution als Vorgänger der Ovation hat einen Overlock-Normalen Durchlass, der beim Covern recht klein wirkt und auch ist. Kein Kniehebel. Keine Häärchen im Galgen (ich hatte sie einige Jahre, da hat sich häufiger mal der Obergreifer mit dem rechten Nadelfaden verheddert. Passiert bevorzugt bei nicht ganz so qualitativ hochwertigem Garn). Keine Geschwindigkeitsregulierung.

Aber sie hat LED, die Wavenaht, und jede Kone hat auch in der 8-fädigen Naht (wie bei der Ovation & Gloria) einen eigenen Platz. Das ist jetzt ganz bestimmt nicht die Standardnaht für die meisten von uns, aber WENN man sie mal machen möchte, geht es problemlos und in der Einfädelanleitung ist sie aufgeführt. Der Nähfußlifter liegt hinten am Nähbereich, wo ihn auch die traditionelle Nähmaschine hat.

Ergo: Fehlender Kniehebel, keine Geschwindigkeitsregulierung und keine Häärchen im Galgen, Nähfusslifter und Durchlass (!!) ganz klar PRO OVATION

Näht nicht mit Fuss oben und die Binder mit Rechen passen NICHT. Hier bräuchte man dann eine Adapterplatte, bei der man aber nicht vergessen darf, dass dann der Binder um Plattenhöhe erhöht sitzt, und dieser Höhenunterschied auch wieder ausgeglichen werden muss vorn am Binderausgang, was sich meist als Verrutschen bemerkbar macht – Frust beim Einfassen.

Preisunterschied um die 300€ zur Ovation. Mein Fazit: wenn man eh überlegt, soviel Geld auszugeben für eine kombinierte Maschine, kann man gleich die Ovation bzw Gloria nehmen, denn der größere Durchlass und der Kniehebel sind definitiv ein absolutes Go.

Der Unterschied zwischen der Desire und der Desire 3, liegt in der Tatsache, dass bei der Desire der mittlere Kanal der Covernadeln geschlossen ist. Es ist also nicht möglich, eine schmale Covernaht zu machen, was vor allem bei Babykleidung schnell zum :o( führt. Geliefert wird sie mit normalem Nählicht, aber LED ist nachrüstbar für irgendwas um die 10€. Sie hat 5 Plätze für Konen, man kann also den Kettstich mit einer 3-fädigen OV Naht nähen. Alles darüber hinaus muss improvisiert werden. Wenn man den Zusammenhang zwischen Zug, Druck und Weglänge, die ich in meinen Kursen besonders behandele, einmal verstanden hat, steht man hier vor keinem großen Problem, wenn man mit mehr Garnen nähen möchte.

Die Desire 3 ggü der Evolution hat keine Wavenaht und eben die geringere Konenplatzanzahl – aber bei einem Preisunterschied von irgendwas um die 700€ kann man damit vlt leben.

Die Frage ist in meinen Augen: um die 1700 ca für die Desire 3, oder knapp 2300 ca für die Ovation? Kniehebel oder nicht? Großer Durchlass oder nicht? Nochmal umentscheiden in ein paar Jahren oder für viiiiele Jahre happy sein (es sei denn man gehört in die Fraktion der Damen, die gern immer das neueste haben möchten (was ich absolut nicht schlimm finde), aber wenn man so eingestellt ist, entscheidet man sich eh nicht für eine Desire 3.

Als letzte der Kombimaschinen sei hier die Evolve zu nennen. Auch sie hatte schon den Wavestich, hat aber den Evolution-Durchlass und ist aus einem Kunststoff gebaut, der gelb wird im Laufe der Jahre, was sie „nicht so hübsch aussehen lässt“ nach Jahren. LED ist nachrüstbar, meine ich.

Die Evolve wird seit Jahren nicht mehr neu verkauft – mindestens 8. Es handelt sich also um eine Maschine, die schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. Nähen wird sie aber sicherlich noch ein paar Jahre ganz wunderbar, wenn sie ab und an mal eine Wartung, wie übrigens allen Maschinen alle max 5 Jahre) , bekommt. Bei einer Wartung wird die Maschine von innen gereinigt, geölt und gefettet auch an Stellen, „an denen die Sonne nie scheint“ ;o)))) und neu justiert.

Gut. Fazit der Kombimaschinen:

Der Umbau, so man es denn so nennen möchte, dauert keine 2 Minuten. Die Nadeln müssen beide aus dem Overlockbereich raus, und im Coverbereich müssen Nadeln rein. Das Messer muss weggeklappt werden. Der Obergreifer muss versenkt werden (Messer und Obergreifer zusammen 3 Sekunden), und der Messerschutz muss getauscht werden gg den Anschiebetisch.

Aber: Auch wenn es schnell geht, muss es gemacht werden. Bei einem T-Shirt ohne Ärmel bedeutet das:

- 1. Schulternaht schliessen (OV)

- Halsrundung einfassen (Cover)

- Eventuell den Ärmel an der schon am Hals geschlossenen Schulter einfassen (Cover)

- 2. Schulternaht schliessen (OV)

- 2. Ärmel einfassen (Cover)

- Seiten schliessen (OV)

- Saum nähen (Cover)

Hat das Ding Ärmel, sieht es so aus:

- 1. Schulternaht schliessen (OV)

- Halsrundung einfassen (Cover)

- 2. Schulternaht schliessen (OV)

- Ärmel einsetzen (OV)

- Seitennähte schliessen (OV)

- Saum und Ärmel säumen (Covern)

Wenn man also zu den Ungeduldigen tendiert, empfehle ich 2 getrennte Maschinen. Den Preis, den man zahlt, liegt knapp über der Ovation, und man hat keinen Kniehebel und keinen großen Durchlass, UND man braucht den Platz für 2 Maschinen – ABER man ist nicht genervt wegen des Umbaus, sondern fädelt beide Maschinen ein und rollt einfach zwischen den Nähten von Maschine links nach Maschine rechts und freut sich.

Sicherheitsnähte kann man dann eben nicht machen, bzw sind das dann 2 Arbeitsgänge (die Sicherheitsnaht ist die Naht, die jeder in seinen Jeans als Po-Naht hat. Overlock rechts und gleichzeitiges Zusammennähen mit dem Kettstich (Covergreifer mit einer Nadel). Bei 2 getrennten Maschinen näht man erst den Kettstich auf der Cover, und dann den 4-Faden OV Stich (Überwendlingsnaht) auf der Overlock.

UUUND: Nur auf die Ovation und Gloria als kombinierte Maschinen passt der originale Babylock-Einfasser mit Rechen. Bei allen anderen Modellen muss man mit der zusätzlichen Adapterplatte arbeiten, was die Binder im Ausgang höher kommen lässt – ein Umstand, der eh schon schwieriges Handhaben noch schwieriger macht. Die Originalen Einfasser für Desire, Desire 3, Evolution und Evolve haben keinen Rechen, ohne den man immer Gefahr läuft, dass einem der Einfassstreifen am Einlauf wegknickt und man es nicht merkt.

Ausserdem kann das einzufassende Material bei den Bindern MIT Rechen deutlich dicker sein als bei denen ohne. Der Auslass ist einfach breiter, was interessant ist für all jene, die gerne Alpenfleece und Co verarbeiten

Im Overlockbereich haben wir die Acclaim als Nachfolger der Enlighten, die Victory als Nachfolger der Imagine und die Enspire

Acclaim

Enlighten

Victory

Imagine / Imagine Wave

Enspire

Die Enspire und die Victory / Imagine haben nur ein halbautomatisches Drucklufteinfädel-system, das Jet Air, was bedeutet, dass sie noch das "alte" Drucklufteinfädelverfahren haben - also Faden einlegen und per Hebel durchpusten. Kann man als Nachteil ansehen - man kann sich aber auch darüber freuen, dass das ohne Strom funktioniert (wobei, wenn man keinen Strom hat, hat man jetzt zwar eine eingefädelte Maschine, kann aber trotzdem nicht nähen - aber das tut hier nichts zur Sache ;o))))

Ich bleib mal erst bei der Enspire:

- sie hat KEINE automatische Fadenzuführung, das bedeutet, ihr habt Spannungsrädchen für jeden einzelnen Faden. Der ein oder andere schwört darauf, denn es hat schon Vorteile, wenn man alles selber regulieren kann - was aber auch voraus setzt, dass man es eben……kann! Viele scheitern schon daran, zu erkennen, welcher Faden von wo stammt. Ist das jetzt mein Obergreifer? Mein Untergreifer? (Nichts unlernbares, aber gute Ergebnisse hat man schneller mit einer anderen Maschine)

Füße passen an allen Overlockern gleich, da gibt es keine Unterschiede, aber logischerweise hat die Enspire keine Wavenaht, kein LED (ist nachrüstbar) , keine Geschwindigkeits-regulierung, etc pp Kniehebel fehlt im übrigen bei allen Overockern, den hat wirklich nur die Ovation und Gloria.

Die Enspire ist wie eine normale Overlock halt, nur mit bequemer Einfädelung und tollem Zubehör.

Die Imagine hat dieselbe Einfädelung, aber schon Fadenzuführung. Allerdings ist die aus demselben Kunststoff wie die Desire /Desire 3, und wird auch gelb. Wave hat die nicht, genausowenig wie die Victory, Die  hat .aber LED und einen höheren Fusshub als die Imagine. Die Imagine Wave hat den Wavestich, aber kein LED und den niedrigeren Fusshub

Die Acclaim / Enlighten hat LED, Wave, Jet Air und Fadenzuführung. Alle Babylocks werden häufig recht locker einjustiert ausgeliefert (man sieht dann beim auseinanderklappen der Stoffe den linken Nadelfaden sehr stark und das könnt ihr nur bedingt nachregulieren. Ein Händler kann das aber flott regeln, ich mache das in meinen Kursen an Maschinen, die das haben, und an denen ich das überprüft habe, ob das auch wirklich so ist, ebenfalls)

Geschwindigkeitsregulierung hat sie, die Enlighten, nicht, keinen Kniehebel, aber einen stärkeren Motor als die Enspire.

Die Acclaim als ihr Nachfolger ist deutlich größer als die Enlighten, im Prinzip genau wie die Gloria / Ovation, nur ohne Coverfunktion/Coverteil. Einen Kniehebel wie gesagt, fehlt, aber dadurch, dass der Nähfusslifter an der rechten Seite ist und nicht wie bei der Enlighten hinter der Nadelstange, kann ich trotzdem kleine Rundungen oder Taschenfutter sehr gut nähen und nach kurzen Stichen in schnellen Bewegungen den Fuss liften und meinen Stoff drehen. Das heisst, dadurch dass der Lifter rechts besser zu erreichen ist, macht es den fehlenden Kniehebel zu 80% wieder wett.

Ausserdem hat die Acclaim ebenfalls einen ectrahohen Nähfusshub und näht genau wie die Gloria nicht wenn der Fuss nicht gesenkt ist, was eine sehr große Erleichterung ist. Ein magneteisches Nadelfeld an der Maschine ist nett, aber kein Kaufgrund, der größere Durchlass dagegen ist schon sehr schön. Wer allerdings eh immer den Fuss beim Fädeln abmacht, kann auch ohne größeren Durchlass super einfädeln. Ausserdem hat die Acclaim als einzige ebenfalls den Nadeleinfädeler, den auch die Gloria hat.

Fazit der Overlocker: Ich würde immer zur Acclaim raten wegen der Lifters rechts, das ist schon sehr praktisch, kostet allerdings auch ne ganze Ecke mehr. Die Enlighten ist hier einfach das auch schon ausgereifte Model, und bestimmt für diejenigen besser, die zum einen die Maschine ab und in Kurse mitnehmen, weil sie kleiner und handlicher / leichter ist, und der Lifter hinter der Stange ist vlt ein wenig umständlich, wenn es schnell gehen soll in kleinen Rundungen, aber wie gesagt ist der Preisunterschied auch nicht gerade soooo wenig.

Enspire ist was für Liebhaber der Alten Techniken, denn schon ab der Imagine haben alle Overlocker ( und die Kombis sowieso) Sensoren, die eine Feinjustierung der Fäden selbständig übernehmen (in gewissem Rahmen). Bevor ich jmd zur Enspire rate, würde ich eher die Victory empfehlen.

Bei der Blcs als Coverstitch ist zu sagen: das ist halt die Blcs ;o)))) Der Vorteil liegt ganz klar in der Möglichkeit, die einzelnen Nadelfäden unterschiedlich einstellen zu können. Auch hier liegt die Betonung auf "können". Gerade bei dicken Garnen ist es wichtig, links mehr Zug drauf geben zu können, damit der linke Nadelfaden stark genug ist, um das Garn über die kompletten Greifer zu ziehen. Ist der Nadelfaden nicht mit genügend Spannung ausgestattet, wird er vom Greifer nach unten gezogen, und wir sehen den Nadelfaden als Zick auf der Greiferseite (das zack macht der Greifer selbst).

In der Covernaht selbst, also dem Variantenreichtum, unterschieden sich die Covermaschinen (der unterschiedlichen Hersteller) nicht voreinander. Alle bieten den Kettstich (Covern mit einer Nadel), den breiten Coverstich mit 3 Nadeln und den schmalen Coverstich mit 2 Nadeln. Lediglich die Desire hat den schmalen nicht, da ihr wie gesagt die mittlere Nadel fehlt.

Gut. Mein Fazit:

Als idealer Maschinenpark hat sich für mich die Gloria mit der Blcs heraus gestellt. Ich kann overlocken mit Kniehebel, Wave, Häärchen im Galgen etc, und zum Covern nehme ich die Blcs. Brauche ich einen großen Durchlass zum Covern, baue ich die Gloria auf Cover um. Ausserdem kann ich auf ihr die Sicherheitsnaht machen.

Ovation mit Enlighten oder Acclaim oä macht für mich absolut keinen Sinn, da ich bei der Blcs das individuelle Einstellen der einzelnen Nadelspannungen schätze. Das liegt aber daran, dass ich sehr viel Decorgarn nutze – unnd alle, die mit dem Covern vertraut sind, schätzen Decorgarne.

Wenn jmd nie mit Decorgarn arbeitet, braucht er auch nie auf der linken Nadel nennenswert mehr Zug und ist wahrscheinlich glücklich über den großen Durchlass beim covern (der auch wirklich toll ist).

Wir brauchen jetzt nicht darüber zu diskutieren, über welche Kleinwagen wir hier reden - ich gebe nur meine Meinung ab und beleuchte sie mit ein bischen Erfahrung.

Das war auch immer meine Vorgehensweise, als ich noch im Handel gearbeitet habe: viele Verkäufer machen den Fehler, und denken sich ins Portemonnaie ihrer Kunden! Hab ich nie gemacht. Ich hab mir angehört, was der Kunde näht, dann, was er nähen möchte, und dann hat er von mir den Rat bekommen, den ich selbst erwarten würde in umgedrehter Situation. Ob er das dann bezahlen kann oder will (oder eben nicht) muss er selbst entscheiden, und wenn er nicht kann, finden wir eine günstigere Alternative, bei der er logischerweise Abstriche machen muss.

Die perfekte Maschine gibt es nicht. Eine Ovation mit manueller Fadenspannung auf den Covernadeln muss trotzdem noch umgebaut werden.

Eine Blcs mit großem Durchlass wäre vlt eine wünschenswerte Erweiterung des Babylock-Angebotes. Aus unternehmerischer Sicht mit Blick aus BL gedacht würde ich das aber lassen - denn wer würde dann noch die Ovation / Gloria kaufen? ;o)

Wer also für Gloria UND Blcs erst noch kurz im Lotto gewinnen muss, sollte zur Ovation oder Gloria greifen. Pro: großer Durchlass/ Kniehebel/ Sicherheitsnaht/ extrem heller Nähbereich/ Wave/ Nähfusshub etc

Kontra: keine separate Nadelspannung auf den Covergreifernadeln/ Umbau

Wem die Ovation zu teuer ist, macht halt den Kompromiss bei den Ovationvorzügen und nimmt die Desire 3 (wie gesagt Evolution zur Ovation nur minimaler Unterschied)

Wer keinen Platz hat für 2 Maschine, entscheidet nach Portemonnaie

Wer keine Lust hat auf Umbau, nimmt Acclaim und Blcs, und macht den Kompromiss bei den Ovationvorzügen (Kniehebel / Durchlass etc) und der Sicherheitsnaht in einem Arbeitsgang

Aaaaaber. Wer noch nie mit Kniehebel gearbeitet hat, sollte das erstmal testen, bevor er sagt "brauch ich nicht". Ich bringe ja in meine Kurse immer gerne Leihmaschinen mit, eine gute Gelegenheit für alle, die sich noch nicht entschieden haben oder überlegen, sich umzuentscheiden.

Das Fazit aus dem Fazit: Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht. Jeder hat andere Voraussetzungen, andere Erwartungen, andere Räumlichkeiten (3 Maschinen incl Nähmaschine vom Esstisch räumen will gut überlegt sein fürs Abendessen) und andere finanzielle Möglichkeiten. Der eine finanziert sich seinen Traum, ein weiterer spart noch ein Jahr. Der eine entscheidet selbst und beim anderen entscheidet der Mann.

In diesem Sinne,

viel Spass bei Euren Entscheidungen

Manu

 

 

Damit Sie unsere Webseite optimal nutzen können, verwenden wir Cookies. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie unserer Datenschutzbestimmungen

OK